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MSCI AC World Index – Was es bei einer indexnahen Veranlagung zu beachten gilt
In den letzten Jahren ist, vor allem bei institutionellen Anlegern, eine verstärkte Tendenz zu einer indexnahen Umsetzung bei der Vermögensveranlagung festzustellen. Oftmals wird der Weltaktienindex MSCI AC World bei der passiven Umsetzung als Benchmark gewählt. Nachfolgend analysieren wir die Eigenschaften dieses Indexes in Bezug auf Zusammensetzung, Aufnahmekriterien, Gewichtungsmethode und Konzentrationsrisiken.
Wie setzt sich der MSCI AC World Index zusammen?
Dieser globale Aktienindex bildet die Wertentwicklung von Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern ab und setzt dabei auf etablierte Grossunternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (Large Caps, obersten 70 %) und mittlere Unternehmen (Mid Caps, darauffolgenden 15 %). Kleine Firmen (Small Caps) sind ausgeschlossen. Damit werden rund 85 % des weltweit investierbaren Aktienmarktes abgedeckt. Jede Unternehmung ist einem von insgesamt 11 Sektoren zugeteilt.
Wie sieht die Gewichtungsmethode aus?
Die Gewichtung der einzelnen Unternehmen folgt einer klaren, automatischen Logik. Es zählt nur die Menge an Aktien, die frei an der Börse handelbar ist (Streubesitz). Da es keine Quoten für bestimmte Länder oder Branchen gibt, spiegelt der Index dynamisch die tatsächlichen aktuellen Marktwertverhältnisse wider. MSCI überarbeitet den Index viermal im Jahr – jeweils im Februar, Mai, August und November. Neuzugänge, veränderte Besitzverhältnisse oder veränderte Marktkapitalisierungen werden automatisch aktualisiert, ohne dass dazwischen jemand aktiv oder willkürlich in das Regelwerk eingreift
Was ist die Konsequenz dieser Gewichtungsmethode?
Diese automatische Gewichtung hat auch eine Kehrseite: Unternehmen und Märkte mit hohem Börsenwert und starker Kursentwicklung – wie aktuell die USA und der Technologiesektor – dominieren zunehmend den Index. Das System funktioniert wie ein Verstärker: Je besser es diesen «Giganten» läuft, desto gewichtiger werden sie im Index. Dadurch bauen sich zwangsläufig Konzentrationsrisiken auf.


Was waren die wesentlichen Treiber dieser US-Dominanz?
Der Hauptgrund für diesen «USA-Boom» liegt in der unterschiedlichen Entwicklung der Sektoren. Im US-Markt dominierten extrem wachstumsstarke Technologie- und Kommunikationsunternehmen. Europa und die Schwellenländer sind dagegen eher durch klassische wertbeständige Sektoren wie Banken, Energie oder Grundstoffe geprägt. Die US-Tech-Giganten – allen voran die bekannten "Magnificent 7" – haben eine deutlich dynamischere Gewinnentwicklung. Branchen wie Cloud-Computing, Halbleiter und Künstliche Intelligenz (KI) erleben einen beispiellosen Boom. Ein weiterer Treiber der letzten 10 Jahre: US-Firmen kauften in einem historisch einmaligen Ausmass eigene Aktien zurück, was die Kurse zusätzlich massiv nach oben trieb.

Fazit
Die historisch starke Rendite des Weltaktienindex MSCI AC World ist zu einem bedeutenden Teil auf die starke Performance des hoch gewichteten US Tech-Anteils zurückzuführen. Wer heute passiv auf diesen Index setzt, macht sich stark von der Entwicklung weniger US-Tech-Firmen abhängig. Wer dieses Konzentrationsrisiko senken und trotzdem passiv investiert bleiben möchte, findet nachfolgend einige Alternativen:
- Gewichtung nach Wirtschaftsleistung (BIP-Ansatz)
Hier zählt nicht der Börsenwert, sondern die tatsächliche Wirtschaftsleistung. Der US-Anteil sinkt dadurch automatisch auf rund 30 %. - Gleichgewichtet
Jede Unternehmung im Index bekommt exakt das Gewicht – egal wie hoch der Marktwert ist. Der US-Anteil schrumpft hier auf etwa ca. 23 %. - Multifaktor-Ansatz
Dieser Ansatz filtert und gewichtet Unternehmen nach spezifischen Merkmalen wie zum Beispiel Substanzwert, Qualität, Momentum und Unternehmensgrösse (mittlere und kleinere Firmen) - Die Welt ohne Amerika
Der Weltaktienindex MSC AC World ex USA klammert die USA komplett aus. Das gibt ihnen die Freiheit, den US-Teil über ein separates Produkt selber zu steuern und mit eine festen Obergrenze zu deckeln.
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