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LMM Kompass AUSGABE 10 / 1. QUARTAL 2019

Die Lage an den Finanzmärkten hat sich schlagartig geändert und Unsicherheit wegen des Handelskonflikts USA/China, der zukünftigen Politik der US-Notenbank, der möglichen Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums und der Kursrückgänge an den Aktienmärkten dominiert die Stimmung. Trotz dieser Schlagzeilen möchten wir auf mögliche langfristige Veränderungen oder Trends hinweisen: Nachhaltigkeit in der Vermögensveranlagung.

Omar El Ashker Omar El Ashker

Direktor, Business Development

Gerhard Seger Gerhard Seger

Mitglied der Geschäftsleitung

Icon Marktdaten

MÄRKTE UND STRATEGIEN

Die Aktienmärkte haben im 4. Quartal deutlich korrigiert, und zwar weltweit. Auch der bis anhin relativ stabile US-Aktienmarkt, insbesondere die Technologieaktien, verzeichnete Kursabschläge von über 13%. Die meisten Anlageklassen mussten deutliche Kursrückgänge hinnehmen. Nur Staatsanleihen konnten von ihrer Einschätzung als «Safe Haven» (bspw. Staatsanleihen USA, Deutschland, Schweiz) profitieren und verzeichneten Kursgewinne. Die US-Notenbank hat die Zinsen im Dezember wie erwartet erneut erhöht. Die weiteren Schritte macht sie von der Entwicklung der Wirtschaft abhängig. Für 2019 erwarten Experten eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums, wenn auch abgeschwächt durch ein verlangsamtes Gewinnwachstum, politische Unsicherheiten und eine restriktivere Geldpolitik.

Im 4. Quartal war die Höhe der Aktiengewichtung für die Performance entscheidend, sprich je höher die Aktienallokation desto höher die Verluste. Einzig die Zinsertragsstrategien konnten vom Rückgang der Zinsen bzw. der «Flucht» in qualitativ gute Anleihen profitieren. Auf Jahressicht weisen die meisten Anlagestrategien eine negative Performance auf (Hinweis: Die Zahlen berücksichtigen keine Kosten für Depotführung und Verwaltung).

Hinweis: Renditezahlen vor Kosten (ohne Depotführungs- und Verwaltungskosten)

Icon Fachartikel

NACHHALTIGES INVESTIEREN – VON DER NISCHE ZUM STANDARD?

Investoren berücksichtigen zunehmend ökologische Aspekte, soziale Faktoren und Governance-Kriterien («Environmental-Social-Governance» – «ESG») bei der Auswahl von Finanzprodukten. Aktuell sind es vorwiegend institutionelle Investoren und kirchliche Institutionen, die diese Entwicklung vorantreiben. Diese haben dabei gesetzliche bzw. regulatorische Vorgaben zu berücksichtigen, die zunehmend Nachhaltigkeitsaspekte miteinschließen. Auch bei gemeinnützigen Stiftungen ist ein steigendes Interesse für dieses Thema zu beobachten, da auf diese Weise auch Reputationsrisiken vermieden werden können.

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2018 – basierend auf den Arbeiten einer Expertengruppe – einen Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen entwickelt.
Ziel ist es, den Finanzsektor in die Ziele nachhaltiger Finanzierung aktiv miteinzubinden. Ein besonderer Schwerpunkt betrifft dabei die Eindämmung des Klimawandels. Der Aktionsplan umfasst folgende Kernpunkte1:

  • Etablierung von nachvollziehbaren EU-Standards bei der Klassifizierung von nachhaltigen Aktivitäten
  • Schaffung eines EU-Labels für «grüne» Finanzprodukte, um Investoren bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen
  • Definition von Verantwortlichkeiten für Asset Manager und Institutionelle Investoren
  • Steigerung der Transparenz bei den Unternehmen;
    verpflichtende Angaben für Emittenten in Kapitalmarktprospekten betreffend ihrer ESG-Policy
  • Verankerung von Nachhaltigkeitsfaktoren in den regulatorischen Vorgaben für Banken und Versicherungen

Die Offenlegungspflicht für Pensionskassen, inwiefern ökologische, soziale und die Unternehmensführung betreffende Faktoren in der Veranlagung und im Risikomanagement berücksichtigt werden, wurde durch die «EbAV-Richtlinie»2 bereits umgesetzt. EU-Mitgliedstaaten müssen diese europäischen Anforderungen national bis zum 13. Januar 2019 in Kraft setzen. Gesetzliche Vorgaben werden beispielsweise in Deutschland und Österreich insbesondere bei der Auswahl von Vermögenswerten («nach ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien») und bei der Informationspflicht («Berücksichtigung von ESG-Kriterien») gemacht3. Inhaltlich vergleichbare Aktivitäten werden in der Schweiz durch den «Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen» («SVVK-ASIR») entfaltet.

Diese Entwicklungen machen es notwendig, ESG-Kriterien im Rahmen eines umfassenden Investment Controllings zu berücksichtigen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die definierten Vorgaben in diesem Bereich eingehalten werden. Darüber liefern entsprechende ESG-Berichte eine Entscheidungsgrundlage für verantwortliche Organe und es kann zusätzlich der Informationspflicht gegenüber Stakeholder nachgekommen werden.

ESG-Controlling Systeme sollten hinsichtlich der Methodik transparent und nachvollziehbar sein. Die Frage, wie sich ein Rating ergibt, sollte keine «black box» sein. Eine umfassende Datenbasis ist Voraussetzung, dass der Asset Manager in seinen Anlageentscheidungen nicht eingeschränkt wird und dadurch die Anlageergebnisse beeinträchtigt werden. Auch die Vergleichbarkeit von «ESG-Ratings» in Bezug zu einer Benchmark und der jeweiligen Peer Group ist ein wesentlicher Aspekt, den ein ESG-Controlling ermöglichen soll.

Unser LMM ESG-Controlling basiert mit MSCI als Datenanbieter auf einem international anerkannten System, mit der weltweit größten verfügbaren Datenbasis in diesem Bereich. Gerne beraten wir Sie dabei, wie Sie ein effizientes und für Sie maßgeschneidertes System der Überwachung und Berichterstattung im Bereich der Nachhaltigkeit etablieren können.

1. Quelle: https://ec.europa.eu/info/business-economy-euro/banking-and-finance/sustainable-finance_de#committments
2. EU-Richtlinie 2016/2341 vom 14.12.2016 über die Tätigkeiten und die Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV)
3. Vgl. uA § 25a öPKG, § 7a dAltZertG und §144 dVAG

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STIFTUNGSFORUM NORDRHEIN-WESTFALEN

LMM hat als Partner des Stiftungsführers in Deutschland beim Stiftungsforum NRW in Köln am 13. November 2018 einen Workshop zum Thema «Was hat Compliance mit Controlling zu tun» durchgeführt. Die direkten Feedbacks sowie die anschliessenden Gespräche mit den Teilnehmern haben gezeigt, dass für die allermeisten Organe von gemeinnützigen Stiftungen das Thema «potenzielle Haftungsrisiken» sehr elementar ist und das Interesse an einem professionellen und unabhängigen Investment Controlling als Bestandteil einer professionellen Anlageorganisation weiter zunimmt.

Wir durften zudem feststellen, dass sich die Stiftungen in Deutschland vermehrt über das Thema «Nachhaltiges Investieren» (Stichwort «ESG») informieren. Ein noch kleiner aber wachsender Anteil der Stiftungen legt bereits nach ESG-Kriterien an.

Zu den Impressionen des Events
https://www.youtube.com/watch?v=j9lkyO3i54s&feature=youtu.be

Icon LMM Investment Controlling AG

Die LMM Investment Controlling AG ist ein unabhängiger Anbieter von Investment Controlling Dienstleistungen und vertritt die Interessen privater und institutioneller Kunden gegenüber Banken und Vermögensverwaltern. Neben dem Hauptsitz in Vaduz verfügt sie über Zweigniederlassungen in Zürich, Dubai, Wien, Frankfurt und Sydney.

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