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LMM Kompass Ausgabe 7 / 2. Quartal 2018

Nachdem Private Equity-Fonds in den Jahren nach der Finanzkrise Rückschläge verzeichnen mussten, hat sich das Bild in den letzten Jahren geändert. Die Anlageklasse ist wieder in der Gunst der Anleger und verzeichnet rekordhohe Zuflüsse. Dabei sind es überwiegend institutionelle Anleger, die von den Vorteilen profitieren können. Grund genug um sich mit Private Equity-Investments näher zu befassen und auf die Hürden für Anleger und die Besonderheiten einzugehen. Lesen Sie mehr dazu in unserem aktuellen «Kompass».

Peter Indra Peter Indra

Direktor

Martin Frick Martin Frick

Direktor

Icon Marktdaten

MÄRKTE UND STRATEGIEN

Das neue Jahr begann wie das alte aufhörte. In den ersten drei Wochen stiegen die Aktienmärkte weiter bis eine deutliche Korrektur einsetzte. Auslöser war ein von den Marktteilnehmern unerwarteter Anstieg der Volatilität (VIX Index). Gleichzeitig stiegen in Anbetracht der global guten Wirtschaftsaussichten und den von der US-Notenbank angekündigten Zinserhöhungen die Anleihen-Renditen an, was bei festverzinslichen Werten Kursrückgänge zur Folge hatte.

Im ersten Quartal 2018 weisen die Anlagestrategien durchs Band negative Renditen aus. Beide Hauptanlageklassen Aktien und Anleihen lagen im Minus und somit waren alle Anlagestrategien davon betroffen. Der Zinsanstieg seit Jahresbeginn verlangsamte sich gegen Ende des Quartals. Nach einem Hoch im Januar waren sie sogar rückläufig. Dadurch war der Quartalsverlust bei den Anlagestrategien mit hohem Anleihenanteil deutlich geringer als bei den Strategien mit höherem Aktienanteil.

Berechnungen LMM; Zeitraum 31.12.2017–31.03.2018 (vor Kosten)
Hinweis: Renditezahlen vor Kosten (ohne Depotführungs- und Verwaltungskosten)

Icon Fachartikel

WAS MACHT PRIVATE EQUITY-INVESTMENTS BESONDERS?

2016 war ein Rekordjahr für Private Equity Fonds. Alleine in Europa sammelten sie EUR 73.8 Mrd. an Kapital ein, der höchste Wert seit 2008. Der Markt wird von institutionellen Anlegern dominiert. Lediglich 9% stammt von Family Offices und privaten Investoren1.

Unter dem Begriff Private Equity findet man in der Praxis vielfältige Anlagemöglichkeiten. Diese unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer rechtlichen Ausgestaltung, sondern auch zum Teil in Bezug zu Risiko, Rendite und Kosten erheblich.

Üblicherweise handelt es sich um Investments in nicht börsennotierte Unternehmen. Je nach Spezialisierung investieren die Fonds in unterschiedlichen Unternehmensphasen (z.B. Venture, Buyout, Turnaround-Situationen). Fund of Funds oder Secondary Funds bieten zusätzliche Möglichkeiten der Diversifizierung.

Wir wollen Ihnen hier einige Besonderheiten von Private Equity-Investments näher bringen:

Geringe Korrelation zu liquiden Anlageklassen
Die Beimischung von Private Equity soll durch die geringe Korrelation mit Aktien einen positiven Effekt auf das Rendite-/Risikoverhältnis des Portfolios erwirken. Es ist aber vor allem die verzögerte und weniger häufige Bewertung von Private Equity-Assets, die eine dämpfende Wirkung auf die Volatilität hat. Dieser Effekt wird vielfach nicht erreicht, wenn in börsennotierte Private Equity-Gesellschaften («Listed-Private Equity») investiert wird.

Höhere Renditen
Die Renditen erfolgreicher Private Equity–Fonds liegen üblicherweise über jenen von Fonds liquider Anlageklassen. Diese Prämie soll den Anleger für die langfristige
Kapitalbindung entschädigen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Renditen verschiedener Strategien:

Langfristige Kapitalbindung
Bei Private Equity-Anlagen handelt es sich grundsätzlich um geschlossene Fonds mit einer vorab definierten Laufzeit von 10 bis 12 Jahren, die unter speziellen Voraussetzungen durch den Manager auch verlängert werden kann. Der Investor verpflichtet sich einen bestimmten Betrag zu investieren («Commitment»). Erfahrungsgemäss ist aufgrund der typischen Ein- und Auszahlungsverläufe nicht mehr als durchschnittlich 70% des kommittierten Kapitals im Fonds gebunden.

Höhere Eintrittshürden
Etablierte und erfolgreiche Fondsanbieter verlangen oft ein hohes Mindest-Commitment. Privaten Anlegern wird dadurch der Zugang zu den Top-Fonds und der Aufbau eines diversifizierten Portfolios erschwert.

Höhere Kosten
Die Gebühren von Private Equity-Fonds liegen regelmässig deutlich über jenen von Aktienfonds. Üblicherweise wird neben der Management Fee eine erfolgsabhängige Gebühr («Carried Interest») belastet. Auch der Aufwand für die Auswahl eines guten Managers ist höher. Die Qualität des Managers ist letztlich der wesentliche Erfolgsfaktor.

Fazit
Private Equity erfordert spezielles Fachwissen und Erfahrung. Die Auswahl (Manager-Due Diligence) ist mit einem höheren Zeit- und Kostenaufwand als bei liquiden Anlageklassen verbunden. Im Gegenzug bieten sie eine Möglichkeit zusätzliche Rendite zu erzielen. Daher können Private Equity-Anlagen nicht nur im aktuellen Umfeld für gewisse Anleger von Interesse sein.

 

1 Invest Europe: 2016 European Private Equity Activity, July 2017

Icon LMM Inside

BELEGKONTROLLE

62 099 – das ist die Anzahl der Transaktionsbelege, die wir im Jahr 2017 für unsere Kunden prüften. Die fortlaufende Kontrolle sämtlicher Abrechnungsbelege ist ein wichtiger Teil unserer Tätigkeit als Investment Controller. Neben Gebührenabrechnungen werden die Ausführungen der Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen und der Devisengeschäfte lückenlos geprüft. Dadurch stellen wir sicher, dass die Umsetzung der Vermögensverwaltung vertrags- und marktkonform erfolgt.

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt: Aufgrund der fortlaufenden Kontrolle sämtlicher Transaktionen «spürt» der Investment Controller auch Veränderungen im Portfolio seiner Kunden tagtäglich. Von dieser Mandatsnähe profitieren unsere Kunden.

Die Bewältigung dieser enormen Anzahl an Belegen ist nur durch technische Unterstützung möglich. Aufgrund der praktischen Anforderungen sind wir laufend gefordert unsere Systeme weiterzuentwicken. Unser Fachwissen in den Bereichen Datenaufbereitung, Datenanalyse und Datenarchivierung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Icon LMM Investment Controlling AG

Die LMM Investment Controlling AG ist ein unabhängiger Anbieter von Investment Controlling Dienstleistungen und vertritt die Interessen privater und institutioneller Kunden gegenüber Banken und Vermögensverwaltern. Neben dem Hauptsitz in Vaduz verfügt sie über Zweigniederlassungen in Zürich, Dubai und Wien.

Disclaimer: Bei der Zusammenstellung der Informationen wird grösstmögliche Sorgfalt angewandt. Wir übernehmen aber keine Garantie, einschliesslich Haftung gegenüber Dritten, betreffend Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der in diesem Newsletter veröffentlichten Informationen und Meinungen.